Laien werden Flechtenspezialisten

Flechten bestimmen an Bäumen in Ludwigsburg

Flechten reagieren sehr empfindlich auf Luftverunreinigungen und Veränderungen ihres Lebensraumes und werden daher schon seit langem als Bioindikatoren zur Bestimmung der Luftgüte genutzt. Mit einer Kartierung des Flechtenbewuchses an Bäumen ist es möglich, belastete Gebiete im Stadtgebiet zu ermitteln und einen Überblick über die langfristige Gesamtwirkung von Luftverunreinigungen zu erhalten. Mit weiteren Kartierungen im zeitlichen Abstand von vier bis fünf Jahren können längerfristig Entwicklungstendenzen der Umweltbelastung wie auch die Wirksamkeit von Luftreinhaltemaßnahmen aufgezeigt werden.

Eine Gruppe der Lokalen Agenda in Ludwigsburg hat erstmals 2004 und wiederholt 2009/2010 eine Flechtenkartierung im Stadtgebiet durchgeführt. Dass Flechten auch von Laien bestimmt und kartiert werden können, ist nicht ganz neu. So gab es schon Projekte mit Schülerinnen und Schülern, z.B. in Stuttgart-Feuerbach, die mit vereinfachten Erhebungsmethoden gearbeitet haben. Eine Kartierung wie hier in Ludwigsburg ist jedoch im Hinblick auf die Methodik und Größe des Untersuchungsraumes in dieser Form erstmalig in Baden-Württemberg von Bürgerinnen und Bürgern durchgeführt worden.

Das Land Baden-Württemberg hielt die Durchführung der ersten Flechtenkartierung durch eine Agendagruppe für so interessant, dass zwei Drittel der Projektkosten aus der Landeskasse gefördert wurden. Die Ergebnisse von 2004 wurden in den 1. Nachhaltigkeitsbericht der Stadt Ludwigsburg mit aufgenommen, die Ergebnisse von 2009/2010 mündeten in den Umweltbereicht/Teilbericht "Luft". Sie geben einen Überblick über die langfristige Gesamtwirkung von Luftverunreinigungen im Stadtgebiet.

1. Nachhaltigkeitsbericht der Stadt Ludwigsburg

Umweltbericht - Teilbericht "Luft" 

Amandinea punctata
Amandinea punctata
Evernia prunasti
Evernia prunasti
Xanthoria parietina
Xanthoria parietina