Was ist Agenda 21 ?

Global denken – lokal handeln

Der „Weltgipfel“ 1992 in Rio de Janeiro war ein Meilenstein der Umwelt- und Entwicklungspolitik. Erstmals tagte die Staatengemeinschaft auf der UN-Konferenz (UNCED), um gemeinsam Lösungen für eine ökologischere und gerechtere Welt zu formulieren. Es wurden Grundsätze und Handlungsziele in der "Agenda 21" formuliert, die eine dauerhafte und umweltgerechte Entwicklung auf der Erde in Zukunft sichern sollen. Bereits 1987 wurden durch Kommissare der Vereinten Nationen sogenannte Nachhaltigkeitsstrategien entwickelt. An diesem Leitbild sollen sich global alle zukünftigen Entwicklungen orientieren.  Ziel ist es, Gerechtigkeit zwischen den Generationen, den Geschlechtern und den Nationen zu ermöglichen.

Die Maßnahmen und Projekte sollen in Kooperation mit allen gesellschaftlichen Gruppen, der Politik, der Wirtschaft und den Bürgerinnen und Bürgern- umgesetzt werden. Dies wird besonders in Kapitel 23 der Agenda 21 hervorgehoben: "Eine der Grundvoraussetzungen für die Erzielung einer nachhaltigen Entwicklung ist die umfassende Beteiligung der Öffentlichkeit an der Entscheidungsfindung".

Unter dem Motto „Global denken – lokal handeln!“ wird jede Kommune aufgerufen, eine eigene "Lokale Agenda 21" gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern sowie gesellschaftlichen Gruppen aufzustellen. Viele Ziele der Agenda 21 können nur vor Ort erreicht werden.

Agenda 21

Definitionen

Lokale Agenda, Nachhaltigkeit, Agenda 21 - die Begriffe hat inzwischen fast jeder schon mal gehört. Doch woher kommen sie und was kann man sich darunter vorstellen?

  • Agenda ist das lateinische Wort für : was zu tun ist... 21 steht für das 21. Jahrhundert, somit ein Handlungsprogramm für das 21. Jahrhundert
  • Nachhaltigkeit (verwendet wird auch oft das Wort Zukunftsfähigkeit als Übersetzung für "Sustainability"): der Begriff kommt aus der Forstwirtschaft und bedeutet "nicht mehr entnehmen, als nachwächst"; im übertragenen Sinn "von den Zinsen leben, nicht vom Kapital"
  • Die Nachhaltigkeitsdefinition der Brundtlandkommision von 1987, die auch heute noch oft verwendet wird: "Entwicklung ist dann nachhaltig, wenn sie die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht mehr befriedigen können."
  • Oft spricht man auch vom Nachhaltigkeitsdreieck: Soziale, wirtschaftliche und ökologische Gesichtspunkte sollen gleichermaßen berücksichtigt und in Einklang gebracht werden.
  • Nachhaltigkeit im Sinne der Agenda 21 wird häufig verstanden als: Sozialer Ausgleich, schonender Umgang mit den natürlichen Ressourcen, ökonomische Vorsicht, kulturelle Vielfalt und Beteiligung aller gesellschaftlichen Gruppen an dem Prozess.